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Unsere große Chance

Corona führt an vielen Stellen zu massiven Einschränkungen und Verlusten.
Aber die Ausnahmesituation bietet auch ein immenses Potential für alle, die es zu nutzen verstehen.

Die gute Nachricht vorab: wir stecken in einer Krise – nicht in einer Apokalypse. So schwer das Leben für viele Unternehmer im Moment ist, irgendwann geht’s wieder weiter. Genau genommen geht es sogar schon in dieser Sekunde weiter, allerdings nicht auf allen gewohnten Schauplätzen.

Fassen wir noch mal kurz zusammen: Ein Virus versetzt die Welt in Angst und Schrecken, das öffentliche Leben wird heruntergefahren und plötzlich funktionieren viele bisherige Geschäftsmodelle nicht mehr. In dieser Situation hat der Deutsche zwei Möglichkeiten: anpacken oder jammern. Wer es sich leisten kann, jammert. Wer mit dem Rücken zur Wand steht, weil er sein Geschäft nicht aufsperren darf, nimmt eine Kamera, nutzt den Shop als Hintergrund und produziert Content – überspitzt formuliert. Denn natürlich ist die aktuelle Lage eine riesige Herausforderung, doch welche Konsequenzen sie hat, hängt vor allem davon ab, wie wir damit umgehen.

Keine Ausreden

Viele nehmen Corona zum willkommenen Anlass für eine wohlverdiente Pause vom Alltag im ewigen Hamsterrad. Statt sich mit einer neuen Situation auseinanderzusetzen, wird die gewohnte Routine beibehalten und damit wertvolles Potential verschenkt. Das ist gefährlich. Denn wie schon erwähnt, hat sich das Rennen um Kunden, Umsatz und Gewinne nicht verlangsamt – im Gegenteil. Nur der Austragungsort ist ein anderer.

Ausgangsbeschränkungen verlagern den Traffic von der realen in die digitale Welt. Wer davon profitiert? Natürlich die üblichen Verdächtigen: Jeff Bezos machte vom 12. – 22. März laut Medienberichten 10 Milliarden Dollar in 10 Tagen*. Denn wie immer ist die Krise des Einzelhandels der Erfolg der Online-Shops. Kein Wunder, dass hier der größte von allen auch den meisten Rahm abschöpft.

Die Chancen sind da

Davon kann man sich entmutigen oder motivieren lassen. Wer sich für den zweiten Weg entscheidet, stellt damit die Weichen für den eigenen Erfolg. Denn er probiert Neues, entdeckt andere Kanäle, Vertriebswege und Services, um trotz Ausgangsbeschränkung mit seinen Kunden in Kontakt zu bleiben. Das Schöne dabei: So neu und aufregend diese Errungenschaften für viele Mittelständler sind, digitales Marketing mit Blogs, Content Generierung, gezielten Sales-Kampagnen, AdWords, Chats, Leadgenerierung- und Retargeting-Tools existieren seit mehr als 10 Jahren. D.h. diese Instrumente sind ausgereift und warten nur darauf genutzt zu werden. Bisher werden sie vor allem von Konzernen und jüngeren Unternehmen eingesetzt, doch jetzt beginnt auch der Mittelstand gezwungenermaßen diese Tools für sich zu entdecken und wahrscheinlich langfristig davon zu profitieren.

Die Konsequenzen, die diese Entwicklung mit sich bringt, werden Vertrieb und Marketing mit aller Wahrscheinlichkeit nachhaltig verändern. Wurden bisher Millionen in eine prächtige Firmenzentrale investiert, entsteht plötzlich ein Bewusstsein dafür, dass nur ein kleiner Prozentsatz aller Kunden diesen repräsentablen Bau je sehen wird, während die Webseite täglich Millionen von Nutzern zugänglich ist. Ähnliches gilt im Vertrieb: Ein Heer von Mitarbeitern wird zwar nicht von einem Tag auf den anderen wertlos, aber in der Kombination mit digitalen Maßnahmen zur Kundengewinnung und Ansprache ergeben sich völlig neue Möglichkeiten für viele Betriebe.

Digitalisierung ist keine Option mehr

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, den aktuellen Ausnahmezustand als riesige Chance zu begreifen. Denn auch vor Corona fand bereits unser Leben vor allem online statt. Aktuell hat sich dieser Anteil jedoch auf 100% gesteigert. Unternehmen, die das bisher nicht wahrhaben wollten, weil ihr Geschäft auch ohne digitale Strategie funktioniert hat, bekommen diese Tatsache gerade unmissverständlich vor Augen geführt. Doch genau diese Unternehmen sind es, die am meisten von digitalen Maßnahmen profitieren, denn schließlich besteht hier der größte Nachholbedarf.

Ein Beispiel: Wurden Homeoffice-Plätze zu Beginn des Jahres in vielen Betrieben nur widerwillig genehmigt, werden sie 12 Wochen später als heilbringendes Instrument gefeiert, das die Firmenpleite gerade noch abwenden kann. Doch das ist nur ein Beispiel, welches zeigt, dass sich KMUs zwangsweise den neuen Technologien zuwenden. Ein weiteres ist die Verknüpfung von Lager, Online-Shop und stationärem Kassensystem. Genauso wie der Einsatz von B2B Online-Portalen. Wer hier sauber aufgestellt ist, kann trotz Ausgangsbeschränkung Umsatz machen.

Es geht auch im Kleinen

Digitalisierung muss nicht immer ein Mammutprojekt sein: auch einfache Dinge wie die Beratung per Video-Chat, Online-Beratungstools oder ein Gutschein-Shop gehören dazu. Wie bei jeder Herausforderung ist jetzt vor allem Kreativität im Umgang mit beschränkten Möglichkeiten gefragt. Denn ob geplant oder nicht – Corona wird der Digitalisierung einen Schub verpassen, den kein anderes Ereignis mit dieser Dringlichkeit ausgelöst hätte.

Damit gewinnt auch die digitale Kommunikation an Bedeutung, denn auf einmal haben 80 Millionen Deutsche ein Problem. Erfolgreich wird, wer in dieser Situation sinnvolle Services, Hilfe oder einfach nur gute Unterhaltung bieten und dieses Angebot situationsgerecht kommunizieren kann. Oder wie Jochen Kalka es formuliert: „Kommunikation hat einen StellenWERT wie lange nicht.“

Was jetzt funktioniert

Der natürliche Instinkt führt bei vielen Unternehmern zur Entscheidung, in der Krise sofort alle Kosten und damit auch jede Kommunikation herunterzufahren. Man kann stattdessen aber auch die Chancen nutzen, die jetzt auf der Straße liegen. Schließlich ist es ein offenes Geheimnis, dass es im Zuge der Corona-Krise zu Stellenstreichungen kommen wird. Wer bisher über Personalmangel geklagt hat, kann jetzt mit einer überzeugenden Personal Marketing Kampagne diese Lücken füllen. Dabei trifft er mit seiner Botschaft auf viele Menschen, die gleichzeitig Jobs brauchen und jetzt aktiv nach neuen Stellen suchen. Ein Investment in dieser Richtung wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristig auszahlen.

Die Agenda für die Krise

Zusammengefasst sind es im Wesentlichen drei Schritte, die in der aktuellen Krise zum Erfolg führen:

1. Frühzeitig den aktuellen Bedarf erkennen
2. Neue Wege für sein Business finden
3. Maßnahmen furchtlos umsetzen

Wer diese drei Schritte konsequent befolgt, hat die Krisenzeit optimal genutzt und steht am Ende der Ausgangsbeschränkung wesentlich besser da als die Konkurrenz, die einfach nur gechillt hat.

Die schlechte Nachricht

Bei aller Begeisterung für das Engagement in schweren Zeiten gibt es jedoch auch einen kleinen Haken: Denn im Moment ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, um diese Ausnahmesituation fürs eigene Business zu nutzen. Niemand mag Unternehmen, die einen Vorteil aus der Notlage anderer Menschen ziehen. Darum ist es wichtig, echte Hilfen anzubieten und mit ehrlichem Interesse das Leben der Menschen zu verbessern anstatt mit unmoralischen Aktionen einen schnellen Euro zu machen.

Anders gesagt: die Intention einer Botschaft ist in diesen Zeiten wichtiger als alles andere. Denn dafür sind die Angesprochenen gerade sehr offen. Echte Hilfsangebote und -gesuche werden honoriert, geteilt und dadurch mit einem Imagegewinn versehen, der sonst nur schwer erkauft werden kann. Ein Beispiel dafür liefern Kneipen, die ihren Stammkunden, die jetzt Gutscheine kaufen, um die Existenz des Ladens zu sichern. Wirte, die sich dazu entschließen, per Videobotschaft mit ihrer Klientel in Kontakt zu treten und um Hilfe zu bitten, treffen auf eine breite Resonanz.

Unterstützt werden sie dabei von der Krise selbst, denn in der Ausnahmesituation erwartet niemand perfekte Videos. Wenn die Message stimmt, werden schlechtes Licht, Versprecher und Wackler nur allzu bereitwillig verziehen. Bessere Bedingungen für den Einstieg ins Social Media Marketing hat es schon lange nicht mehr gegeben. Wer jetzt mutig ist und sich vor die Kamera traut oder auf anderen digitalen Wegen seine Botschaft teilt, wird dafür belohnt.

Alles bleibt, wie es war

Damit ist eigentlich wieder alles beim Alten: Denn gute Kommunikation war noch nie platte Reklame, sondern immer ein Austausch. Wir wünschen jedem Unternehmer, dass er den Austausch mit seinen Kunden online fortführen kann und dafür den Kanal findet, der gerade am besten funktioniert. Und auch dabei ist eigentlich alles wie immer: sobald einer anfängt, zieht der Rest nach. In diesem Sinne gehen wir voller Zuversicht in die nächsten Tage voller Chancen und Möglichkeiten.

Thomas Schmalzl & Patrick Paparella

 

 

* https://web.de/magazine/wirtschaft/gewinner-coronakrise-10-milliarden-10-tagen-34548780